Lorenz Hansen im Interview: Gundlach mitten im Kulturwandel

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Vom klassischen Maurerunternehmen zum heutigen familiengeführten Exot in der Immobilienbranche. Das ging natürlich nicht von heute auf morgen - rund 125 Jahre sind seitdem vergangen. Dabei liegt die Geburtsstunde der Unternehmenskultur, die wir heute noch bei Gundlach atmen gar nicht so weit weg.

Lorenz Hansen erzählt im Interview mit Sebastian Purps-Pardigol von Kulturwandel.org wie der erste Kulturwandel das Familienunternehmen Gundlach komplett umkrempelte und welches Selbstverständnis von Kultur uns heute prägt.

Auszug:

Anfang der 70-er Jahre nahm eine neue Generation Gesellschafter das Ruder in die Hand. Die Töchter Prof. Ursula Hansen und Helga Schmidt übernahmen zusammen mit dem Kaufmann Prof. Peter Hansen als Geschäftsführer die Weiterentwicklung der Firmengruppe Gundlach. Dadurch, dass die Alten nicht mehr da waren, hatten sie die Freiheit, ihre Vorstellungen umzusetzen. Sie haben angefangen, das Unternehmen erstmals radikal umzustricken. Als Teil dessen wurde auch die Unternehmenskultur eine gänzlich andere. Mit einem klaren Ziel, ein  gutes, ökologisch gesundes Produkt zu entwickeln spielten die Mitarbeiter eine Rolle, wie auch die beauftragten Handwerker.  Ursula Hansen ist zunächst Professorin für Betriebswirtschaft in Hannover geworden, wo sie unter anderem das Thema Nachhaltigkeit gelehrt hat.  Gemeinsam haben Peter Hansen und  Ursula Hansen  die Projekte entwickelt, von denen wir heute noch zehren: die Obdachlosen-Projekte, die Mitarbeiterorientierung und alles, was mit Werten zu tun hat. Das alles hatte viel mit Lust zu tun, aber der Start muss sehr hart gewesen sein. 

Vertrauen und Engagement

Geprägt vom offenen Zeitgeist seiner Eltern übernahm 2007 Lorenz Hansen, heutiger Vorsitzender der Geschäftsführung gemeinsam mit Dr. Frank Eretge, die Leitung der Firmengeschäfte.  Lorenz Hansen hatte schon früh für sich beschlossen, einen Wandel als Geschäftsführer zu vollziehen.  Mit einem offenen Ohr für die Belange der Mitarbeitenden und das Vertrauen in ihr Know-How , war die Geburtsstunde von Gedanken wie:  „Vertraue den Mitarbeitern! Frage sie, gib ihnen Verantwortung!“  gekommen. Diese Ideen wollten wir in unsere Führung stark einfließen lassen, und haben gemerkt, dass wir auch mit unserer Führung was machen müssen. Also wurde mit den Prokuristen der Change-Prozess gestartet. Professionell begleitet über verschiedenen Stationen wurden wir radikal durchanalysiert. Wir haben uns mit den  oberen Führungskräften – damals waren das zehn bis zwölf Leute – für ein komplettes Wochenende zurückgezogen und haben unsere gesamte Strategie auf links gekrempelt. Aber gemeinsam! Das war die Begründung unserer Kultur.

"Ich glaube aber, es gehört genauso zu den Zeichen der Zeit, dass  Mitarbeiter deutlich in den Fokus gerückt werden. Mein Zielbild vom glücklichen Menschen hat viel mit Selbstentfaltung zu tun. Wir versuchen, das so zu leben.  Wir versuchen, den Mitarbeitern möglichst viel Entfaltung zu bieten, und das hat viel mit Verantwortungsübergabe zu tun, die wir auch erwarten. Das hat unsere Mitarbeiterschaft sehr verändert. Denn wie wir heute ticken, ist Vertrauen in beide Richtungen wichtig. Und Mitarbeiter, die lieber in festen Strukturen und Abläufen arbeiten – was ich an sich sehr respektiere –, die werden bei uns nicht mehr glücklich. Und sie gehen dann auch mal. Das kommt vor.  " [Lorenz Hansen]

Lesen Sie hier das gesamte Interview.