Sozialgeförderter Wohnungsbau: Wir feiern Richtfest an der Matthiaskirche

| Immobilienprojekte 0 0

Gundlach baut in der Roderbruchstraße 4 zwischen Kirchplatz und Pferdekoppel insgesamt achtzehn sozial geförderte Kleinwohnungen zur Miete. Die Hälfte der Wohnungen ist barrierefrei und damit für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit gut geeignet.

Sozialer Wohnungsbau hat in Deutschland eine lange Tradition. 4 Millionen Sozialwohnungen gab es 1987 in Deutschland. Heute sind es noch ganze 1,5 Millionen. Jedes Jahr werden es rund 100.000 weniger. Durch Auslaufen der Förderdarlehen fallen sie aus der Sozialbindung und werden zu Marktpreisen vermietet. 1988 wurde die Wohnungsgemeinnützigkeit aufgehoben und der Staat zog sich schrittweise aus der Förderung zurück. Der ­soziale Wohnungsbau verlor an Bedeutung. Im Jahr 2000 sagten die Prognosen gar erhebliche Wohnungsleerstände durch Bevölkerungsrückgang voraus.

„Wohnen an der Matthiaskirche“. Für dieses besondere Projekt feierten wir am 16. Juni 2017, an der Roderbruchstraße 4 in direkter Nachbarschaft zur Matthiaskirche Richtfest. Zusammen mit  Nachbarn und am Bau beteiligten wurde  die Fertigstellung des Rohbaus zelebriert.

Tatsächlich jedoch steigen derzeit in den Ballungszentren die Einwohnerzahlen. Vor allem Einkommensschwächere und Menschen mit besonderen Wohnbedürfnissen haben es schwer am Wohnungsmarkt. Es fehlen preisgünstige Wohnun­gen – vor allem in gefragten Lagen. Auch in Hannover ist es schwieriger geworden, besondere Bedarfsfälle unterzubringen. Für 19.300 (6 Prozent) Wohnungen hat die Stadt noch das Belegungsrecht. 2009 waren es 48.200 (15 Prozent).

Aber es tut sich was: 2016 hat der Bund seine Kompensationszahlungen (Fördergelder) an die Länder von 518 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden erhöht. Für 2017 hat auch das Land Niedersachsen seine Förderung erweitert. Bis 2019 stehen jetzt rund 800 Millionen Euro zur Verfügung – eine Verzehnfachung der bisherigen Summe. 2015 wurden in Niedersachsen rund 1.700 Wohnungen gefördert – der höchste Stand seit 2008.

Seit Juni 2016 arbeiten die hannoversche Wohnungswirtschaft und die Landeshauptstadt in der »Wohnungsbauoffensive 2016« zusammen. Lagen die Baugenehmigungen für Wohnungen 2015 noch bei 1.098, waren es 2016 bereits 1.647. Ein Anfang ist also gemacht. Bis 2020 sollen jährlich im Durchschnitt 1.000 neue Wohnungen entstehen, davon mindestens 25 Prozent gefördert. Die Stadt Hannover hat ein eigenes Wohnraumförderprogramm aufgelegt, das die Förderung des Landes ergänzen soll. Bevorzugt wird der Neubau kleinerer Ein- und Zweizimmerwohnungen und der größerer Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern gefördert. Außerdem soll ein möglichst hoher Energiestandard realisiert werden.

„Wir freuen uns sehr an die Gundlach Tradition des sozialen Wohnungsbaus anzuknüpfen und an der Matthiaskirche günstigen Wohnraum zu schaffen“, sagt Gundlach Geschäftsführer Lorenz Hansen. Der Neubau wird von der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen gefördert. So entstehen erschwingliche Wohnungen gleichermaßen für Jung und Alt.

Für die ca. 41 Quadratmeter-Wohnungen wird die Neubaumiete bei 5,60 bis 7 Euro pro Quadratmeter liegen. Voraussetzung für die Anmietung einer Wohnungen ist ein Wohnberechtigungsschein.

Gundlach knüpft an seine lange Tradition im sozialen Wohnungsbau an und baut aktuell in Bothfeld, am Lindener Berg, in der Südstadt und in Groß-Buchholz insgesamt 40 geförderte Wohnungen. Viele weitere sind in Planung. Im eigenen Bestand gibt es 341 geförderte Wohnungen. Rund 30 schon bestehende, frei finanzierte Wohnungen sollen der Stadt zusätzlich zur Belegung zur Verfügung gestellt werden.