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Leinewelle: Interview mit Gundlach-Bauleiter Sebastian Vollbrecht

Sören Stegner

Sören Stegner

Magazin-Redakteur bei Gundlach

Die Leinewelle war ein technisch höchst anspruchsvolles Bauprojekt. Gemeinsam mit Bauleiter Sebastian Vollbrecht blicken wir auf die Entstehung und die besonderen Herausforderungen dieser einzigartigen Anlage zurück.

Die Leinewelle hat sich längst zu einem Wahrzeichen Hannovers und zu einem norddeutschen Surfhotspot entwickelt. Nahezu täglich und bei jedem Wetter sind hier Wellenreiterinnen und Wellenreiter unterwegs – begleitet von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern am Hohen Ufer.

Das funktionale Herzstück der Anlage wird von drei vorgefertigten Stahlelementen gebildet. Mit jeweils knapp fünf Tonnen Gewicht und einer Größe von rund fünf mal 2,80 Metern wurden sie auf einem eigens gegossenen Fundament im Flussbett fixiert. Die Wellenhöhe ergibt sich aus dem veränderbaren Winkel dieser Elemente.

Der Spatenstich für das in dieser Form bisher einmalige Bauprojekt fand am 25. Juni 2021 statt. Höchste Zeit also, um mit Gundlach-Bauleiter Sebastian Vollbrecht auf die besonderen Herausforderungen der Bauphase zurückzublicken.


Was war die größte technische Schwierigkeit beim Bau der Leinewelle?
„Ganz klar die Präzision. Die Stahlelemente wurden ja nicht vor Ort aufgemessen, sondern komplett vorgefertigt geliefert. Wir konnten also auf der Baustelle nichts mehr anpassen. 

Das bedeutet konkret?
„Wir mussten wir mit extrem engen Toleranzen arbeiten – noch enger, als man es aus dem klassischen Hochbau ohnehin gewohnt ist. Aber das war machbar! Auch dank unseres Werkpoliers Joaquim Jose Nunes‑Marques, der entscheidend zum Gelingen beigetragen hat.“

Wie muss man sich die Arbeit im Flussbett vorstellen?
„Wir standen in einem trockengelegten Abschnitt der Leine, während gleichzeitig das Wasser durch einen nur 70 Zentimeter breiten Durchlass vorbeischoss. Man weiß, welche Kräfte da wirken – und steht mittendrin. Das ist schon ein besonderes Gefühl.“

Den Durchlass habt ihr mit Spundwänden geschaffen. Er leitete während der Bauzeit das Wasser mit hoher Geschwindigkeit an der Baustelle vorbei und dient heute als Fischtreppe.
„Genau. Dort den Boden bei der immensen Strömung mit vergütetem Beton abzudichten, war ebenfalls sehr anspruchsvoll.“

Wie hast du die öffentliche Aufmerksamkeit erlebt?
„Wir haben praktisch unter den Augen der gesamten Stadt gebaut. Politik, Passanten, alle haben zugeschaut. Das macht es nicht unbedingt einfacher – aber es zeigt auch, wie wichtig das Projekt für Hannover war.“

Was bedeutet dir das Projekt heute?
„Die Leinewelle ist überregional bekannt und wird inzwischen intensiv genutzt – selbst im Winter. Zudem schauen viele Menschen zu, auch Touristen. Da ist man schon glücklich, an etwas mitgewirkt zu haben, das heute so prägend für die Stadt ist.“

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